Waldorfschule

Waldorfschulen sind Privatschulen, welche nicht dem staatlichen Bildungsauftrag mit starren Lehrplänen unterliegen, sondern in der Förderung der Kinder mehr Rücksicht auf ihre Fähigkeiten, Stärken und Schwächen nehmen. Auch die Förderung und Entfaltung der sozialen Kompetenz der Schüler steht bei der Vermittlung der Lerninhalte mehr im Mittelpunkt als an einer staatlichen Schule.

Waldorfschule: Vorbild und Ausgestaltung

In Deutschland werden die Waldorfschulen nach dem pädagogischen Vorbild von Rudolf Steiner geführt, der die erste Freie Schule im Jahre 1919 gründete und selbst führte. Die Schüler lernen von der ersten bis zwölften Klasse in so genannten “bewegten Klassenzimmern”. Auf Selbstbestimmung und Kreativität wird sehr viel Wert gelegt, man muss nicht stillsitzen, sondern darf sich im Schulgebäude in der Regel frei bewegen. Auf dem Programm stehen neben künstlerischen und musischen Fächern auch zwei Fremdsprachen, die bereits ab der ersten Klasse spielerisch vermittelt werden. Es gibt keine Schulnoten, sondern ausführliche verbale Beurteilungen, die besonders auf die Stärken der Schüler eingehen.

Waldorfschule Kosten

Waldorfschulen bekommen staatliche Zuschüsse, erheben jedoch auch einen monatlichen Elternbeitrag zu ihrer Finanzierung, welcher nach dem Familieneinkommen gestaffelt ist.

Schulabschlüsse an der Waldorfschule

An einer Waldorfschule werden die Schüler auf die Mittlere Reife, die Fachhochschulreife oder das Abitur vorbereitet. Der Schulbesuch dauert immer zwölf Jahre, unabhängig davon, welchen Abschluss der Schüler anstrebt. Nach dieser Zeit bekommt der Waldorfschüler einen so genannten Waldorfschulabschluss, welcher jedoch in Deutschland keine staatliche Anerkennung besitzt und auch keinem staatlichen Abschluss gleichgestellt ist. Dieser wird durch Praktika, Exkursionen und eine Facharbeit erworben. In einem dreizehnten Schuljahr bekommen Schüler dann Unterricht in abiturrelevanten Hauptfächern. Dieser Unterricht ist dem einer öffentlichen Schule angeglichen und soll die Schüler auf die staatliche Abiturprüfung vorbereiten. In den Bundesländern Bayern, Baden-Württemberg, Sachsen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen wird im Anschluss an dieses Vorbereitungsjahr das Zentralabitur geschrieben. In den anderen Bundesländern müssen sich die Schüler für eine Externenprüfung anmelden oder den staatlich anerkannten Abschluss an einer staatlichen Schule erwerben. Dies ist nicht so einfach: Waldorfschüler haben oft große Schwierigkeiten, den Stoff abzurufen, welcher für die Mittlere Reife oder das Abitur gefordert wird. Aus diesem Grund sieht es in der Realität oft so aus, dass Waldorfschüler vorzeitig auf staatliche Schulen überwechseln oder eine oder sogar mehrere Klassen wiederholen müssen, um einen anerkannten Bildungsabschluss zu erlangen.