Kolleg

Kollegs sind Schulen des Zweiten Bildungsweges, welche den Unterricht in Tagesform durchführen. Man kann dort in der Regel das Abitur ablegen, hat jedoch auch die Möglichkeit, die Fachhochschulreife nach Klasse 12 oder die Mittlere Reife nachzuholen. Letztere ist eigentlich im Konzept der Schulen nicht vorgesehen. Es gibt jedoch Kollegs, welche zur Erfüllung der Aufnahmekriterien Vorkurse anbieten, die ein oder zwei Semester dauern und auf den Einstieg in die Abiturphase vorbereiten sollen. Dies ist sinnvoll, wenn der Schulabschluss schon sehr lange zurückliegt oder das Fehlen bestimmter Aufnahmevoraussetzungen den Besuch eines Vorkurses oder das Bestehen eines Aufnahmetests verlangt. Vorkurse können sowohl am Tag als auch abends angeboten werden, um auch Berufstätigen die Möglichkeit zu geben, sich auf die Aufnahme in die Abiturphase vorzubereiten.

Realschulabschluss bei freier Zeiteinteilung

Im Gegensatz zum Kolleg bietet eine Fernschule flexible Zeiten was das Lernen für den Realschulabschluss angeht. Den Studienführer der Anbieter erhalten Sie jeweils kostenfrei nach Hause geschickt, vergleichen Sie die Schulen:

Kolleg Unterricht und Schul-Laufbahn

Unterrichtet werden die Hauptfächer Mathe, Deutsch und Englisch, manchmal kommt noch ein sozialwissenschaftliches Fach hinzu. Man kann nach erfolgreichem Besuch des Vorkurses und dem Bestehen der, manchmal obligatorischen, Aufnahmeprüfung das Kolleg mit der Mittleren Reife verlassen. Da diese Voraussetzung für den Besuch der Sekundarstufe II ist, welche zum Fachabitur oder zur allgemeinen Hochschulreife führt, wird sie von den Kollegs nach Abschluss des Vorkurses vergeben und dann auch bundesweit anerkannt. Entscheidet man sich für den Verbleib am Kolleg, kann man direkt in die Abiturstufe übergehen. Diese gliedert sich in eine Einführungsphase von zwei Semestern. Sie entspricht der elften Jahrgangsstufe. Die Qualifikationsphase fürs Abitur beginnt erst danach und dauert noch einmal vier Semester. Ein Absolvent ohne Realschulabschluss benötigt demnach bis zu vier Jahre, bis er die Abiturprüfung ablegen kann. Ein Quereinstieg ist bei Erfüllung der Voraussetzungen auch in die Einführungsphase oder, beim Besuch eines Gymnasiums, direkt in die Qualifikationsphase der Klasse 12 möglich. Ebenso kann man nach der Jahrgangsstufe 12 bei Erfüllung der Versetzungskriterien mit Anerkennung der Fachhochschulreife vorzeitig abgehen.

Kolleg-Besuch Kosten & Finanzierung

Der Besuch eines Kollegs ist kostenlos, einige Schulverwaltungsämter erstatten die Fahrtkosten des jeweils günstigsten Anfahrtsweges, die entsprechende Regelung unterliegt den Schulämtern und ist dort in Erfahrung zu bringen. Kosten für Bücher, wenn sie nicht von den Kollegs gestellt werden, und für sonstige Arbeitsmittel müssen von den Lernenden getragen werden.

Da Kollegs Tagesschulen sind, kann man BAföG beantragen, welches ab der Einführungsphase bewilligt und elternunabhängig gezahlt wird. Im Vorkurs, der manchmal so ausgelegt ist, dass eine gleichzeitige Berufstätigkeit weiterhin möglich ist, wird oftmals lediglich elternabhängiges BAföG gewährt. Der Unterricht wird in Vollzeitform durchgeführt und beträgt im Durchschnitt 30 Wochenstunden. Hausaufgaben, Tests und Klausuren sind obligatorisch.

Kolleg Aufnahmevoraussetzungen

Jedes Kolleg hat Aufnahmevoraussetzungen, die sich von Bundesland zu Bundesland nur geringfügig unterscheiden. Jede Schule prüft darüber hinaus anhand der persönlichen Situation des Antragstellers, ob eine Aufnahme auch jenseits der Kriterien vertretbar ist. Dies betrifft Antragsteller, die bereits einen Familienhaushalt führen, Kinder erziehen oder einen behinderten Familienangehörigen pflegen oder betreuen, oder die selbst eine Behinderung haben oder aus unverschuldeten Gründen gehindert waren, ein Aufnahmekriterium zu erfüllen. Bei Unsicherheiten oder Fragen ist es in jedem Fall sinnvoll, sich an das Kolleg zu wenden, an dem man den Abschluss nachholen möchte, und das Gespräch mit dem Schulleiter oder Jahrgangsstufenkoordinator zu suchen.

Für die Aufnahme in ein Kolleg muss man in der Regel folgende Kriterien erfüllen: Das Mindestalter beträgt 19 Jahre, nach oben gibt es keine Altersbegrenzung. Zwei wichtige Voraussetzungen für den direkten Einstieg in die Abiturphase sind die Mittlere Reife und der Abschluss einer Berufsausbildung. Alternativ kann man auch eine dreijährige Berufstätigkeit nachweisen. Die einzureichenden Unterlagen bestehen aus einem Lebenslauf, einem Aufnahmeantrag und den Zeugnissen der vorhandenen Schul- und Berufsabschlüsse.